Was haben Social Media mit Suchmaschinen zu tun?

Neue Trends bei SEO

Stellen Sie sich vor, Sie wären eine Suchmaschine. Sie crawlen durchs Internet und schauen regelmäßig bei rund einer Billionen Webseiten vorbei – wie viele es genau sind, weiß aktuell niemand.  Die Stiftung World Wide Web Foundation hat nun eine Art Zählung gestartet, so dass wir im Frühjahr 2012 vermutlich eine genauere Zahl haben werden. Doch dem Crawler ist das egal. Auf seiner Tour durchs weltweite Web-Universum schaut er alle paar Tage bei jeder Seite vorbei, registriert Veränderungen und besucht neu angemeldete Seiten, um sie zu indexieren.

 

Superhirn Suchmaschine

Und weil die Suchmaschine das alles in ihrem Gedächtnis behält, kann sie schnelle und präzise Antworten auf alle denkbaren Anfragen liefern; allein bei Google Deutschland schätzungsweise inzwischen rund 150 Millionen täglich. Übrigens ist jeden Tag etwa ein Drittel bis die Hälfte aller Suchanfragen neu! Das heißt, die Suchmaschine muss frisch überlegen.

Wenn Sie nun als Suchmaschine eine Billionen Seiten zur Auswahl hätten und entscheiden müssten, welche davon die relevanteste Antwort auf eine ganz bestimmte Frage liefert – was würden Sie tun? Eventuell hilft die URL-Bezeichnung weiter. Auf jeden Fall müssen Sie an die Inhalte: Kommen die Suchbegriffe häufig im Text vor? Gar im Seitentitel, den Überschriften, den Bildunterschriften? Sind sie hervorgehoben oder verlinkt oder in den Metatags hinterlegt?

Schon hat sich die Auswahl verkleinert und sortiert. Nun wäre eigentlich der Job erledigt – wenn nicht inzwischen zu viele Webseitenbetreiber wüssten, wie man Texte und Metatags suchmaschinenoptimiert gestaltet. Doch Google hat sich auf die Fahnen geschrieben, jedem Nutzer das wirklich relevanteste Ergebnis zu liefern – und nicht das, was vom Webseitenbetreiber am besten getrimmt wurde. Deshalb kommt eine weitere Überlegung in Spiel: die Beliebtheit von Meinungsführern.

 

Beliebte Meinungsführer

Wie bei Menschen, so auch bei Webseiten: Wer gute Informationen und eine fundierte Meinung hat, wird häufig zitiert und gerne um Rat gefragt. Webseiten, auf die viele andere Seiten verlinken, sind also in Suchmaschinen-Augen beliebter (und damit  wertvoller) als solche mit wenigen Backlinks. Besonders wird eine Seite geadelt, wenn eine Webseite auf sie verweist, die ansonsten mit Links geizt.

Wie bekommt man als Seitenbetreiber andere, hochwertige Seiten dazu, auf die eigene Seite zu verlinken? Das ist eine PR-Aufgabe: Gute Inhalte müssen an die richtige Adresse gebracht werden. Natürlich kann man Links auch kaufen. Doch das Risiko, abgestraft zu werden, ist hoch. Google hat kürzlich sogar seine eigene (!) Google Chrome-Seite im Ranking drastisch herabgestuft, weil dort mit gekauften Blogeinträgen gearbeitet wurde, die auf Google-Chrome verlinkten.

 

Von Links zu „Likes“

Suchmaschinenoptimierung mit Hilfe guter Backlinks war bis vor Kurzem die Königsdisziplin des SEO. Doch nun kommen die sozialen Netzwerke in Spiel. Denn getreu der Vorstellung, dass gute Webseiten beliebt sind und weiterempfohlen werden, interpretieren die Suchmaschinen auch Erwähnungen und Empfehlungen im sozialen Netz als Auszeichnung.

Wird auf der Webseite häufig der Facebook-Button „Gefällt mir“ geklickt, wird die Seite mit Klick auf den Google-eigenen +1-Button geehrt, wird in Facebook, Twitter, Flickr, YouTube, Google+ usw. über die Seite gesprochen oder deren Inhalte geteilt, steigt ihr Wert für die Suchmaschinen.

Damit werden die bisher gültigen SEO-Kriterien nicht abgelöst, vielmehr ergänzt. Welches Gewicht Social-Media-Kriterien derzeit im Suchalgorithmus von Google & Co. haben, wissen auch Experten nicht hundertprozentig genau. Wer mehr darüber wissen will, sei auf die aktuelle Studie von Searchmetrics verwiesen.

Einig ist man sich jedoch darüber, dass ihre Bedeutung für das Such-Ranking steigen wird. Google forciert diese Entwicklung mit Einführung einer neuen Suchlogik: Bei der (bisher nur in USA verfügbaren) Suche „Google Search, plus Your World“ werden zur Suchanfrage passende Aktivitäten von Freunden aus den sozialen Netzwerken als Suchergebnis mit ausgeliefert. Was Freunde gut finden, so Google, wird für den Suchenden wahrscheinlich besonders relevant sein. Auf diesen Trend werden Unternehmen sich einstellen müssen.

 

Wichtig für den Mittelstand

„Wir brauchen kein Social-Media, wir setzen auf SEO!“ In meiner Beraterpraxis höre ich diese Aussage öfters, gerade von mittelständischen Unternehmen im b2b. Was bisher als Alternative, als „entweder – oder“ gesehen wurde, wächst allerdings immer mehr zusammen, Interaktionen in den soziale Medien werden zum Bestandteil von SEO. So können Unternehmen sich darauf einstellen:

  • Kunden beobachten: Auf welchen Plattformen sind die Kunden unterwegs?
  • Konkurrenz beobachten: Wie agieren die Wettbewerber im sozialen Netz?
  • Entscheiden: Welche Social-Media-Aktivitäten passen zum eigenen Unternehmen?
  • Inhalte festlegen: Welche Themen oder Aktionen sind geeignet?
  • Gewichten: Welchen Stellenwert sollen Social-Media-Aktivitäten im „Gesamtpaket“ Online-Marketing haben?

Das Phänomen Social Media dringt immer tiefer ins Internet-Marketing ein, doch blinder Aktionismus ist unangebracht. Wichtig sind ein planvolles Vorgehen, klare Ziele und eine gute Mischung aus klassischem SEO und Social-Media-Maßnahmen. Denn Suchmaschinen mögen Webseiten, die in ihrem Inhalt wie auch in ihrer Beliebtheit rundum stimmig sind.

© Dr. Sabine Holicki, cki.kommunikationsmanagement, 2012

1 Kommentar

  1. Jesko
    4. März 2012    

    Endlich ein guter Post, vielen Dank. Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Generell finde ich den Blog leicht zu verstehen und bequem zu lesen.

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